Stabverpresspfähle
Stabverpresspfähle können Druck- und Zugbelastungen zuverlässig in den Baugrund abtragen.
Kern des Pfahles ist ein GEWI-Stahl, mit beidseitig warm aufgewalzten, durchlaufenden Gewinderippen. Umhüllt wird der Stahl von Zement-Verpreßmörtel, der dem Standard-Korrorionsschutz, der Kraftübertragung in Boden und Fels sowie der Knickaussteifung in schwachen Bodenschichten dient.
Sowohl Druck- und Zuglasten als auch Wechselbelastungen können übertragen werden. Über die Mantelreibung des Verpreßkörpers werden die Kräfte in beide Richtungen in den Boden eingeleitet.
Das Grobgewinde garantiert optimalen Haftverbund zwischen GEWI-Stahl und Zementmörtel. Dadurch entsteht ein homogenes Tragverhalten.
Zur Herstellung des Verpreßkörpers des Stabverpresspfahles fordern unterschiedliche Böden angepaßte Verpreßtechniken.
In bindigen und nichtbindigen Böden wird der Zementmörtel in der Regel über das Bohrrohr verpreßt.
Für den Einsatz in bindigen Böden kann der Stabverpresspfahl mit einem Nachverpreßsystem ausgerüstet werden.
Die Nachverpressung erhöht die Kraftübertragung in den Untergrund, indem an den Stellen der Verpreßventile der Zementstein aufgesprengt wird.
Ein Nachverpresssystem macht mehrmaliges Nachverpressen möglich.
Der Standard-Korrosionsschutz
Der GEWI-Stahl im Kern des Pfahles ist in der Regel von einer mindestens 20 mm starken Zementsteinschicht umgeben. Der hohe ph-Wert des Zementsteins umgibt den Stahl mit einem alkalischen Medium, das die Stahloberfläche passiviert.
Dieser Standard-Korrosionsschutz wirkt bei Druckbelastung dauerhaft. Durch die hohen Gewinderippen bleibt der Verbundkörper homogen. Probleme durch Verbundlösen treten nicht auf.
Bei Zugbelastung wird durch die Gewinderippen eine gleichmäßige Verteilung von feinsten Haarrissen im Zementstein erreicht. Zusätzlich begrenzt wird die Rißbreite durch eine niedrige Dehnung des GEWI-Stahles.
Außerdem widersteht der GEWI-Stahl Korrosionsangriffen am besten, weil das Verhältnis von Oberfläche zu Querschnitt optimal ist.
Für den Dauereinsatz kann, oberhalb einer akzeptierten Rißbreite, ein doppelter Korrosionsschutz angewendet werden.
Der doppelte Korrosionsschutz
Der zentrisch angeordnete GEWI-Stahl erlaubt den Einbau eines Ripprohres, das neben dem Zementmörtel eine zusätzliche Barriere gegen Korrosion dastellt. Der innere Zementmörtel wird werksseitig injiziert.
Die Pfahllast wird auf ganzer Länge über die Rippen des Ripprohres durch den äußeren Zementmörtel in den Boden übertragen.
Der doppelte Korrosionsschutz des Stabverpresspfahl ist in der Regel angebracht bei Zugpfählen mit dauerhafter Anwendung und bei Pfählen, die in aggressiven Medien, wie Meerwasser, Deponie-Sickerwasser eingesetzt werden